Rechnen mit dem Töpfer (3)

Wie angekündigt sind dieses mal die Verkaufskosten Thema. Ob auf dem Markt, mit einem Verkaufsraum/Laden, oder mittels Onlineshop – es fallen stets Kosten an. Einen Verkaufsraum habe ich aus Platzgründen nicht. Zum online Verkauf passen meine Produkte nicht wirklich. Also beschäftige ich mich hier mal mit den Marktkosten.

Jeder Markt ist mit Kosten verbunden. Meist wird eine Standgebühr verlangt und man hat Kosten für die An- & Abreise. Einen Marktstand, Tische, Transportkisten und Deko braucht man ebenso. Von Städten und Gemeinden organisierte Märkte sind meist günstiger, als bei privaten Veranstaltern. Manche Märkte „laufen“, während man auch durchaus mal mit „einem Griff ins Klo“ wieder heim fährt. Also rechnet man es besser auf einen Jahresdurchschnitt hoch. Ich werde das für mich hier aber nicht öffentlich machen. Aber ich verrate wohl nicht zu viel, dass man pauschal mit 10% rechnen kann. Ich kenne einige Keramiker, welche das auch mal locker schaffen. Die Mehrzahl der Töpfer träumen hingegen von solch einer Quote. Manche wohl ihr ganzes Leben lang. Wenn man dann noch die Autokosten dazu zählt, sind 15% Verkaufskosten auf dem Umsatz gesehen keinesfalls zu hoch gegriffen. Ich würde zumindest sofort unterschreiben, wenn ich mit 15% vom Umsatz dabei wäre.
Und vergessen wir mal nicht die Arbeitszeit. Okay – die Kostenuhr läuft am Wochenende nach meiner Rechnung aus Teil 1 nicht weiter. Dennoch packt man das Auto, fährt zum Markt, baut auf, verkauft mindestens 2 Tage, packt ein, fährt heim und entlädt das Auto. Das sind dann locker mal 30h und mehr. Entweder man sieht es als unbezahlte Überstunde, oder auch als Hobby. 🙂

Lange Rede – kurzer Sinn: 15% vom Verkaufspreis gehen als Verkaufskosten weg. Mindestens.

Zusammengefasst auf das Beispiel Krug für 25,-€ sieht das wie folgt aus:
– 2,50€ Material und Strom
– 3,75€ Standgeld und Kraftstoff
Es verbleiben 18,75€. Wenn sich feste Betriebskosten und Lohn die Waage halten (18,75 : 2), sind 9,37€ Gewinn. Minus Mehrwertsteuer bleiben ungefähr 7,60€ übrig. Muss ich also 1,25 Krüge pro Stunde herstellen, damit mir 10€ Lohn bleiben. 🙂

Das ganze ist wirklich nur mal grob und Pi mal Daumen gerechnet. Wahrscheinlich ist bei den meisten Keramikern die Rechnung noch trauriger. Und viele individuelle Faktoren, sind jeweils einzurechnen. Es geht einfach nur mal darum, dass ihr als Kunden euch da mal orientieren solltet.

Ich stecke mir die 25 Euro für den Krug zwar in die Tasche, muss aber davon wirklich viele andere Dinge davon finanzieren.