ohne Whatsapp

Vor längerer Zeit hatte ich mal angekündigt, von meinem Whatsapp Ausstieg zu berichten. Das ist nun fast ein Jahr her und ich habe meine Erfahrungen machen können. Bereut habe ich es nicht. Das „wie“ ist einfach erklärt. Bereits ein Jahr zuvor legte ich mir ein neues Phone und eine neue Nummer zu. Auf das neue Smartphone habe ich Whatsapp erst gar nicht installiert. Dadurch hatte ich die App unterwegs oft gar nicht dabei. Somit war der Ausstieg nicht ganz so abrupt. Das löschen selber ist ziemlich simpel. Aber was geschieht danach?
Es wird definitiv ruhiger. Natürlich habe ich alternativ andere Messenger im Einsatz. Allerdings werden die technisch „minder begabten“ Kontakte einem nicht folgen (können). Sie schreiben einem sogar weiter bei Whatsapp, weil sie meinen Ausstieg erst oft nach Monaten bemerken. Andere Kontakte erkundigen sich und man findet alternative Kommunikationskanäle. Und wenn sich die Kontakte auf SMS und Anrufe konzentrieren, fällt der ganze Bild / Video / Blabla zum Glück auch weg. Das ist irgendwie auch befreiend, man gewinnt Zeit und Lebensqualität.

Nun bin ich aber in erster Linie Töpfer und nicht Kommunikationsberater. Aber es gibt auch Lebenserfahrung (wer z.B. im StasiStaat aufwuchs) und gesundes Misstrauen. Der/dieser Staat wird uns nicht vor Machenschaften der Wirtschaft schützen, was Dieselfahrer z.B. gerade leidvoll erleben. #edit: Wer richtig Angst bekommen mag und eine Stunde Zeit hat, kann sich auch mal etwas in Richtung Gesundheitsdaten ansehen. Klar, du hast nichts zu verstecken und was sind schon Metadaten? (bemühe mal eine Suchmaschine mit der Suche nach: kill People based on Metadata)

Datenschutz ist also auch digitale Selbstverteidigung. Es gibt im Internet wirklich unzählige Webseiten, welche sich mit Datenschutzthemen viel besser beschäftigen. Wenn man sich mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzt, wird man meinen Entschluss nachvollziehen können. Alternativen gibt es viele. Da muss man selber schauen, womit man am besten fährt.
Persönlich setze ich ein wenig noch auf Threema, weil ich dort auf die Handynummer als Identifikator verzichten kann. Das Vertrauen in eine Firma aus der Schweiz ist auch etwas größer. Dennoch traue ich dem noch nicht ganz, da auch Threema nicht OpenSource bzw. dezentral ist.
Deshalb habe ich mir auch einen eigen Server gemietet, auf welchem ich meine eigenen Chats laufen lasse. Mir selber, vertraue ich eben doch am meisten. ;o) Wen es interessiert, der mache sich mal über „XMPP“ und „matrix“ schlauer. Das sollte die Zukunft sein. Dennoch muss man die Lage, die Möglichkeiten und seine Entscheidungen ständig auf’s neue überdenken. Und weil ich dies getan habe – kommt der Marktführer nicht zurück auf mein Smartphone.
#deletewhatsapp