Huckel & Buckel

Jetzt habe ich mal meine Becher etwas anders gedreht. Solch eine „Schnecke“ ist weitaus schwerer zu drehen, als wenn man es akkurat glatt fertigt. Das geht nur bei sehr geringer Drehgeschwindigkeit. Man führt dann einen schnellen Zug mit außen zwei Fingern und innen einen mittig gegendrückenden Zeigefinger aus. Also nach dem Kammzug nochmals einen „Buckelzug“. Damit das klappt, darf außen die Oberfläche nicht zu tocken sein.
Das hat dann den Nachteil, dass man den Buckelbecher nur schwer von der Scheibe heben kann. Mit einer Schiene den Schlicker entfernen dauert zu lang. Da ich die Becher sehr dünn drehe, klappen manche selbst später auf dem Brett in sich zusammen. Muss man sich wie ein senkrecht, aufgestelltes Schifferklavier vorstellen. Manch Becher musste ich mit dem Gasbrenner trocknen, damit ich ihn vom Scheibenkopf bekam.

Tja, damit sind wir sofort beim Preis. Dieser zeitliche Mehraufwand muss ja irgendwie bezahlt sein. Lohnt sich das? Wollen sie Kunden solche Becher haben? Oder werde ich mal wieder völlig genervt am Stand Rechtfertigungsgespräche führen müssen? Ich selber neige eher dazu, es bei den günstigen geraden Bechern zu belassen. Es wird sich zeigen. Hat aber Spaß gemacht, mal so krumme Sachen zu machen. 😉