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Das Keramik-Werkstatt Tagebuch…

Archiv von Oktober 2008

Glühweintag

Geschrieben von Olaf am 30 Oktober 2008

Ein altes westfälisches Sprichwort sagte schon immer: “Stehn die Tassen erst einmal im Schnee – ist Glühweinzeit!”
OK – das reimt sich nicht und ob es aus Westfalen stammt ist nicht nachgewiesen. Fakt aber ist: Ab dem ersten Schneefall darf Glühwein getrunken werden. Und das gilt bis Weihnachten. Auf Lebkuchen werde ich noch eine Weile warten müssen, denn die Unsitte – das Zeugs vor dem ersten Advent anzurühren – mache ich nicht mit.

Glühweintassen, Keramikbecher für Heißes

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mit Lüfter

Geschrieben von Olaf am 29 Oktober 2008

Mit einem Vertrag für den Weihnachtsmarkt arbeitet es sich doch schon deutlich besser. Da weis man, das man die Keramik auch benötigt. Momentan sieht es in meiner Wohnstube auch wie in einer Keramikwerkstatt aus. Mal wieder kam ein Kunde auf die geniale Idee, binnen sieben Tagen einen großen Rumtopf zu benötigen. Eigentlich unmöglich… Momentan steht der Topf und einige weitere Keramiken oben auf dem Tisch. Der Ofen bollert und ein Lüfter sorgt für Luftbewegung, damit alles bis morgen zum schrühen trocken genug ist. Ok – der Kunde ist ein Freund, sonst würde ich so ein Heckmeck nicht nochmal veranstalten.
Aber auch an weiteren Anfragen und Bestellungen merkt man, das Weihnachten nun immer näher rückt. Sparschweine, Korkentöpfe oder Tassen – allerlei Anfragen sind zu bearbeiten.
Zum anderen bin ich selber am überlegen, wie wohl die liebe Kundschaft auf die Finanznachrichten so reagiert? Ob dieses Jahr eher die kleinen Mitbringsel gefragt sind, oder doch große Einzelstücke? Neue Kreationen wird es 2008 von mir nicht mehr geben. Keine Zeit für Experimente… Wenn alles optimal läuft – wird die rote Glasur bis Weihnachten fertig. Am nächsten Sonnabend werde ich dazu mehr sagen können.

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aufatmen

Geschrieben von Olaf am 22 Oktober 2008

Meist stecken in meinem Briefkasten doch nur Rechnungen. Über die heutige Rechnung habe ich mich aber dann doch gefreut, obwohl sie ziemlich hoch ausfällt. Der Standvertrag für den Weihnachtsmarkt in Hexenagger ist endlich da. Hat diesesmal über einen Monat länger als gewohnt gedauert. Ohne diese vier Wochenenden Weihnachtsmarkt, hätte ich mich wohl auf dem Arbeitsamt wiedergefunden. Bis im Frühjahr die nächsten Märkte beginnen, hätte ich finanziell nicht überbrücken können.
Ach was stelle ich denn da jetzt gleich Weihnachtliches her? Klar – zuerst modelliere ich Schafe. Schwarze, gelbe, weiße…

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nichts

Geschrieben von Olaf am 20 Oktober 2008

Dieses Jahr schenken wir uns nichts zu Weihnachten! Toll – denn dafür habe ich genau die richtige Idee. Kaufe “NICHTS” und fülle leckeren Wein oder Likör hinein. Dann kannst du “NICHTS” verschenken. Die Männer freuen sich da besonders. Sie können sagen – sie hätten “NICHTS” getrunken.
Oder jeder kennt die Situation, wenn man abends Freunde besucht. Die meinen immer, man solle bloß nichts mitbringen. Bitte sehr – “NICHTS” steht für 12 Euro hier bereit…!
Im Sommer hatte ich noch geglaubt, das “NICHTS” der Hit am Keramikmarkt wird. Man hat einige Lacher auf seiner Seite damit. Die eine oder andere Flasche wird man wohl auch so noch zusätzlich verkaufen. Ist aber doch eher ein Produkt für Stadtfeste, wo nicht unbedingt die Keramikfreaks umherlaufen. Doch der Mega-Umsatzbringer war die NICHTS-Flasche auch nicht. Aber doch ein netter Gag, der hoffentlich auch zu Weihnachten ab und zu mal über den Ladentisch geht.

eine Flasche nichts

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rote Glasur I

Geschrieben von Olaf am 14 Oktober 2008

Wie bereits angesprochen möchte ich eine neue rote Glasur entwickeln. Die ersten Proben sind fertig.Für einen ersten Test bin ich erstaunlich weit gekommen. Zwei Farbkörper sind komplett “verbrannt”. Von rot ist also auf den unteren Probebechern nichts zu sehen. Aber ein Farbkörper (oben rechts) lieferte ein tolles Rot ab. Die größte Überraschung ist ganz rechts auf dem Testtonstück zu sehen. Das ist die Fertigglasur “Calypsorot” von Carl Jäger. Ich habe lediglich etwas die Zusammensetzung geändert, so das die Glasur nicht abläuft – denn diese Glasur ist nur für den Bereich bis 1080°C vorgesehen. Allerdings möchte ich gar keine Glasur aus dem Handel nutzen… Es soll schon größtenteils selbst entwickelt sein. Ich muss nun einmal durchrechnen, welche Variante günstiger ist. Bei einer Differenz von 2-3 Euro pro kg, werde ich lieber auf eine Eigenentwicklung setzen. Ansonsten muss man aber ökonomisch denken.
Insgesamt ist aber ein glattes Rot nicht das was ich suchte. Deshalb werden nun weitere Tests folgen. Mattieren wäre eine Möglichkeit. Aber eigentlich plane ich damit, eine zweite Glasur darunter einzusetzen (oder auch darauf). Die soll etwas mehr Leben in die Sache bringen.

rote Glasur Proben

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überraschend anders…

Geschrieben von Olaf am 11 Oktober 2008

Es kommt eben immer anders… Zuerst kommt gegen Freitag Mittag per DHL mein heiß erwartetes Päckchen mit den roten Farbkörpern. Zu den Proben sage ich im folgenden Beitrag etwas mehr…
Aus dem Schrühbrand kamen insgesamt fünf Sparschweine. Auch das im letzten Beitrag verfluchte Schwein. Meine Flüche scheinen nichts zu taugen. Alle Sparschweine kaputt – nur das bestellte Sparschwein nicht. Was für ein Zeichen. Das die anderen kaputt gingen, lag wohl daran, dass sie beim zusammenmodellieren schon sehr trocken waren. Ich habe noch nicht so raus, wie lange in der neuen Werkstatt die einzelnen Sachen brauchen, bis sie im besten Zustand sind für das modellieren. Ich habe die kaputten Sparschweine (es war immer ein Bein abgesprungen) dann einfach glasiert. Mit der Glasur waren dann die Füße wieder angeklebt. Alles wurde gut – passt doch zum heutigen schönen Herbsttag. Die zwei Sparsäue fanden es im Herbstlaub auch richtig gemütlich und grinsten um die Wette…

Sparschwein für Romy

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Och menno…

Geschrieben von Olaf am 8 Oktober 2008

Alles geht schief in diesem Jahr. Ein Anruf von BSZ-Essen kam. Die Info war – das ein bestellter Farbkörper teurer geworden ist. Schon mal toll! Aber das heißt auch, das meine Warensendung noch nicht raus ging. Nun muss aber unbedingt wegen einem einzigen Sparschwein bis Sonnabend zwei mal gebrannt werden. Wenn meine roten Glasurproben da nicht im Ofen drin sind, wirds weiter dauern. Also hoffe ich auf Post zum Freitag. Verfluchter Mist! Ich brauche nen zweiten kleineren Ofen, um da flexibler zu sein. Dazu kommt auch noch – das ich zweimal nacheinander brennen muss. Da kann ich die Abwärme vom Ofen gar nicht richtig nutzen. Warm soll es sein wenn ich drehe und nicht wenn ich glasiere. Zumal dann ausgerechnet am Wochenende die Werkstatt warm sein wird (und ich kaum dort bin).
Ich verfluche das Sparschwein liebe Romy!!!
Aber brauche ich unbedingt die rote Glasur? Bislang hat sich mein Weihnachtsmarkt immer noch nicht gemeldet… Hab zwei mal angerufen und sie sagten immer, das es noch etwas dauern würde. Wenn der Hexenagger-Markt in diesem Jahr noch flach fällt – kann ich nur noch ‘Gute Nacht’ sagen. Dann hat mich das verfluchte Jahr 08 dahingerafft…

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Rot soll es werden…

Geschrieben von Olaf am 2 Oktober 2008

Ich will eine rote Glasur für Geschirr haben… So habe ich es mir dummerweise in den Kopf gesetzt. In meinem Brennbereich (1135°C) gibt es da aber nur wenige Möglichkeiten. Die großen Keramikbedarfshändler bieten für den Hobbybereich bis 1080°C und für den Steinzeugbereich ab 1200°C zig Glasuren schon fertig an. Bei anderen Farben kann man auch diese Glasuren ab und an nutzen und durch Zugaben an die eigene Temperatur anpassen. Bei rot klappt dies nicht.
Da bleibt nur der Einsatz von Farbkörper. Und schon habe ich ein Preisproblem. Denn über 5,- Euro sollte ein kg Glasur nun auch nicht kosten. Wenn man 100g roten Farbkörper kauft, zahlt man aber meist schon locker diese fünf Euro. Ausser bei BSZ in Essen. Also habe ich dort drei verschiedene rote Farbkörper bestellt. Dazu kommt noch meine günstige transparente Glasur und etwas Kaolin. Da das aber sicher zu langweilig aussieht, werde ich mit einer zweiten hellen Glasur arbeiten. Diese wird vor der roten Glasur aufgetragen.
Wie ich dabei aber so bin mache ich diese Glasuren eher aus dem Bauch heraus. Ich hoffe der Zufall wird das eine oder andere gute Resultat liefern, auf welchem ich weiter experimentieren kann. Denn das ich auf Anhieb eine solide Glasur hinbekomme, glaube ich weniger. Zum 12.10. muss eine Bestellung fertig sein. In diesem Ofen werden dann die ersten Proben mit gebrannt sein. Bis dahin heißt es in meiner Hexenküche: mixen, mischen, wiegen, rühren, rechnen….

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